Frühjahrsputz im Kosmetikschrank – Wie lange ist Kosmetik haltbar?

Die Temperaturen klettern nach oben und die Sonne zeigt sich endlich wieder mehr. Im Frühjahr tauschen wir häufig die reichhaltigeren Cremes, die unsere Haut vor den kalten Temperaturen und der trockenen Heizungsluft schützen, gegen leichtere Formulierungen und einen höheren Lichtschutzfaktor ein. Die Umstellung der Hautpflegeroutine bietet sich auch an, um mal im Kosmetikschrank richtig aufzuräumen. Denn da haben sich mit Sicherheit bei den meisten von uns einige Produkte angesammelt, die schon lange nicht mehr zur täglichen Pflegeroutine gehören. Auch die Haltbarkeit der Produkte können wir dann gut überprüfen.

Auf Lebensmitteln finden wir immer ein Mindesthaltbarkeitsdatum, aber wie ist das eigentlich bei Kosmetik?

Auch unsere Gesichts- und Körperpflegeprodukte sind leider nicht ewig haltbar. Die meisten Hautpflegeprodukte bestehen aus einer Vielzahl von Inhaltsstoffen. Diese können bei falscher Handhabung und ungünstigen Lagerbedingungen verderben. Die Verderblichkeit steigt vor allem für bereits geöffnete Produkte und besonderen Verpackungen, wie Tiegeln.

Wie lange kann ich meine Kosmetik verwenden und was muss ich bei der Aufbewahrung beachten?

Grundsätzlich ist laut der Kosmetikverordnung ein Großteil der Hautpflegeprodukte im ungeöffneten Zustand, ab dem Tag der Herstellung, mindestens 30 Monate lang haltbar. Sollte dieser Zeitraum unterschritten werden, z.B. bei Babypflege oder unkonservierten Produkten, muss dies auf der Verpackung mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gekennzeichnet werden. Statt dem „mindestens haltbar bis“, gibt es auch die Möglichkeit, eine Sanduhr mit Angabe des Datums zu vermerken. Das MHD ist aber kein Verfallsdatum, viele Produkte können daher auch nach dem MHD noch verwendet werden, wenn ihre Beschaffenheit in Ordnung ist. Dazu aber später mehr. Für kosmetische Produkte mit einer längeren Haltbarkeit als 30 Monate gilt das Symbol des geöffneten Cremetiegels. Das dazugehörige „M“ ist eine Abkürzung für Monat und die Zahl gibt an, wie viele Monate das Produkt nach der Erstanwendung haltbar ist. Diese Angabe variiert je nach Produkt.

Was passiert mit dem Produkt nach der Öffnung?

Zum einen kommt das Produkt beim Öffnen mit Sauerstoff aus unserer Luft in Kontakt, wenn es nicht in einem Airless-Spender verpackt ist. Sauerstoff spaltet ungesättigte Fettsäuren und macht Produkte schneller ranzig. Das merken wir daran, wenn unsere Hautpflegeprodukte anfangen unangenehm zu riechen. Zum anderen gelangen auch vermehrt Mikroorganismen, wie Bakterien, Viren und Pilze an unsere Cremes. Diese Kontamination geschieht häufig durch die Entnahme des Produktes mit den Fingern. Aber auch die Lagerung der Produkte hat einen großen Einfluss auf die Haltbarkeit.

Die Umgebungstemperatur nimmt Einfluss

Die Aussage des Herstellers zur Haltbarkeit bezieht sich immer auf eine Raumtemperatur von 20°C. Niedrigere Temperaturen wirken sich meist positiv auf die Haltbarkeit aus. Eine Lagerung der Hautpflegeprodukte im Kühlschrank kann die Haltbarkeit unter Umständen sogar verdoppeln. Lagertemperaturen von 30°C können die Haltbarkeit unter Umständen halbieren. Ein kosmetisches Produkt gehört daher nicht in das Handschuhfach vom Auto. Zusätzlich sollten Hautpflegeprodukte eher dunkel gelagert und vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Besonders die Strahlen der Sonne fördern Zersetzungsprozesse und führen dazu, dass die Produkte instabil werden.

Tipps, um die Haltbarkeit zu unterstützen:

  • Die Produkte trocken, dunkel und kühl lagern
  • Produkte im Spender sind hygienischer als im Tiegel
  • Bei Produkten im Tiegel sollte die Entnahme mit einem sauberen Spatel erfolgen und nicht mit den Händen
  • Produkte nur zum unmittelbaren Gebrauch öffnen und danach wieder gut verschließen
  • Kosmetik nicht auf der Fensterbank lagern (Sonnenlicht)
  • Produktverpackung mit Öffnungsdatum versehen (Aufkleber)

Wie erkenne ich abgelaufene Produkte?

Hautpflegeprodukte, die du besser nicht mehr verwenden solltest, erkennst du, wie bereits erwähnt, häufig an einem veränderten und meist eher unangenehmen Geruch. Auch eine Farbveränderung kann ein Indiz für ein abgelaufenes Produkt sein. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die Konsistenz. Trennen sich Wasser- und Fettphasen voneinander oder wird das Produkt krümelig, sollte es ebenfalls nicht mehr verwendet werden.

Was passiert, wenn ich abgelaufene Hautpflegeprodukte weiter benutze?

Wie bereits erwähnt handelt es sich beim MHD nicht um ein Verfallsdatum. Viele Produkte können, wenn sie vom Geruch, der Konsistenz und weiten Eigenschaften einen normalen Eindruck machen, weiterverwendet werden. Denn natürlich ist es total ärgerlich, wenn die zum Teil auch sehr hochpreisigen Produkte im Mülleimer landen. Macht die Creme tatsächlich einen im wahrsten Sinne des Wortes „schlechten Eindruck“, solltet ihr sie entsorgen. Eure Haut wird es euch mit Sicherheit danken, denn wenn ihr abgelaufene Produkte weiterverwendet, kann es zu Allergien, Hautreizungen, Entzündungen und Unreinheiten kommen.

Vorsicht!

Gerade bei Sonnenschutzprodukten sollten wir besonders auf die Haltbarkeit des Produktes achten. Denn die enthaltenen Filtersubstanzen, die unsere Haut vor der schädlichen Strahlung schützen, verlieren nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums an Wirkkraft. Das kann in einem bösen Sonnenbrand enden.

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