Lässt die Umwelt uns alt aussehen?

Im asiatischen Raum, wo viele Städte im Smog verschwinden, ist die sogenannte Anti-Pollution-Kosmetik schon seit Jahren ein Verkaufsmagnet. Während meines Aufenthalts in China habe ich selbst einen kleinen Einblick in den Markt der Anti-Pollution-Kosmetik bekommen und leider auch diesen Nebel der Luftverschmutzung am eigenen Leib gespürt. Vor allem in den großen Städten ist die Luftverschmutzung deutlich zu spüren, die Augen brennen und die Atemwege sind schnell gereizt. Nicht umsonst tragen in einer Stadt wie Peking viele Menschen einen Mundschutz, um sich zu schützen. Dank der europäischen Automobilindustrie erreicht der Hype um die Anti-Pollution-Kosmetik auch unsere Region. Während im asiatischen Raum der Gesundheitsaspekt zum Kauf motiviert, wollen viele westliche Kunden der vorzeitigen Hautalterung entgegenwirken. Die Produktpalette ist groß, denn Firmen aller Preisklassen sind auf den Zug aufgesprungen.

Verschmutzte Luft lässt uns alt aussehen!

Die Kosmetikindustrie hat schon so manchen Hype ausgelöst, aber am Anti-Pollution-Trend ist tatsächlich etwas dran. Umweltinduzierte Hautalterung ist lange Zeit mit Lichtalterung gleichgesetzt worden. Heute wissen wir, dass auch Feinstaubpartikel ihren Teil zur vorzeitigen Hautalterung beitragen. Die schädlichen Partikel aus der Luft können auf Grund ihrer geringen Größe und ihrer fettliebenden Eigenschaften in die Haut eindringen, wenn sie zu lange auf der Haut verbleiben. Zusätzlich haften Schwermetalle und potenziell schädliche organische Verbindungen an den feinen Partikeln. Diese verstopfen die Poren und führen zu Hautirritationen. In der Haut schaden sie nachweislich der DNA (Erbgut) der Hautzellen und führen so zu vorzeitigen Zeichen der Hautalterung.

Was sagt die Wissenschaft?

Das hat zur Folge, dass stützendes Kollagen und Elastin abgebaut wird. Falten werden sichtbar, Feuchtigkeit wird nur noch in geringen Mengen gespeichert und die Hautbarriere ist nicht mehr intakt. Zusätzlich konnte beobachtet werden, dass die Haut auf Luftverschmutzung durch Feinstaub mit einer erhöhten Talgproduktion reagiert, um sich selbst zu schützen. Wissenschaftler aus Düsseldorf haben im Rahmen einer Studie heraufgefunden, dass Frauen, die einer erhöhten Luftschadstoffkonzentration ausgesetzt sind, zusätzlich mehr Pigmentflecken aufweisen, als Frauen aus ländlicheren Gebieten. Eine Langzeitstudie des Leibniz Instituts für Umweltmedizinische Forschung hat außerdem herausgefunden, dass die Pigmentflecken an Stirn, Wangen und Nasolabialfalte bei Frauen aus Gebieten mit hoher Feinstaubbelastung bis zu 25% ausgeprägter sind, als bei Vergleichspersonen aus weniger stark belasteten Gebieten.

Keine Panik!

Der beste Schutz vor Feinstaub ist eine effektive Reinigung, zum Beispiel mit einem Reinigungsschaum. Die Reinigung verhindert das tiefe Eindringen der schädlichen Partikel in die Haut. Im Zusammenhang mit der weiteren Hautpflegeroutine sind antioxidative Wirkstoffe, wie beispielsweise Vitamin C und E besonders zielführend. Antioxidantien schützen die Haut vor schwebstaubbedingtem oxidativem Stress und somit vor frühzeitiger Faltenbildung. Um die Hautbarriere dauerhaft zu stärken und den Feinstaubpartikeln den Weg in die Haut so schwer wie möglich zu machen empfehlen sich Pflegecremes mit Wirkstoffen wie Sanddornfruchtfleischöl und einem hautaufbauenden Zuckerkomplex.

Vorsicht!

Auch wenn der Smog in den Städten noch so dicht ist, UV-Strahlen dringen trotzdem weiter zu uns durch, also vergesst auf keinen Fall den Sonnenschutz! Denn die Belastung durch UV-Strahlen ist immer noch die Hauptursache für vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs. Warum ihr z.B. auch schon im Frühling einen UV-Schutz in eurer Tagespflege verwenden solltet und UV-Schutz nicht nur was für den Sommer ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

 

Studie:

Vierkötter, A.; Schikowski, T.; Ranft, U.; Sugiri, D.; Matsui, M.; Krämer, U.; Krutmann, J.(2010) Airborne particle exposure and extrinsic skin aging. Invest Dermatol, 130(12): 2719-26

 

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