Kopfsache! 4 Mythen über die Pflege der Kopfhaut

Im Fokus der Kopfpflege stehen häufig nur die Haare. Sie sollen gesund sein und strahlen. Die Haut darunter wird häufig vernachlässigt. Grund genug, um ihr ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu widmen und mit Mythen rund um die Pflege der Kopfhaut aufzuräumen.

Schuppen sind immer ein Anzeichen für trockene Kopfhaut

Falsch. Genau wie die Haut am Körper, erneuert sich die gesunde Kopfhaut innerhalb von 28 Tagen. Tote Hornzellen lösen sich einzeln ab und lassen neue Zellen nachkommen. Dieser Abschuppungsprozess ist mit dem bloßen Auge nicht sichtbar und ganz natürlich. Kopfschuppen entstehen dann, wenn dieser Prozess gestört ist. Schuppen können aber sowohl auf trockener als auch auf fettiger Kopfhaut entstehen. Einfache Kopfschuppen entstehen meist auf einer Sebostase (trockenen Haut). Es lösen sich dabei etwa 10-20 Hautzellen ab und sind als feine Kopfschuppen sichtbar. Aber auch auf einer Haut, die zu viel Talg produziert (Seborrhoe), können Kopfschuppen entstehen. Eine dafür typische Hautveränderung ist das Seborrhoische Ekzem, das besonders an talgdrüsenreichen Arealen, wie dem Kopf, auftritt.

Gesunde Kopfhaut ist die Voraussetzung für gesunde Haare

Das ist korrekt. Eine ausgeglichene Kopfhaut mit einem stabilen Säureschutzmantel ist eine Voraussetzung für schöne und gesunde Haare. Denn besonders die Balance zwischen Fett und Feuchtigkeit sorgt dafür, dass Haare weder zu schnell fettig erscheinen, noch einen trockenen Anschein machen.

Veränderungen der Kopfhaut können auch im Zusammenhang mit einer Hauterkrankung stehen

Auch richtig! Besonders bei Psoriasis (Schuppenflechte) ist häufig auch die Kopfhaut betroffen (Psoriasis capitis). 50-80% der Betroffenen leiden an einer Kopfhautpsoriasis. Charakteristisch sind scharf begrenzte Schuppenplaques auf geröteter, irritierter Haut. Bei der Kopfhautpsoriasis erneuert sich die Epidermis, also die Oberhaut, in weniger als 7 Tagen (normalerweise dauert das ungefähr 28 Tage). Hautzellen verklumpen in großen Schuppen von mehr als 1000 Zellen. Juckreiz und ein Spannungsgefühle können die Erscheinungen begleiten und schränken die Lebensqualität der Betroffenen deutlich ein. Auch die chronische Hauterkrankung Neurodermitis (Atopische Dermatitis) kann den Kopf betreffen. Die Haut zeigt sich gerötet, entzündlich und kann auch zu Juckreiz neigen. Bei der Neurodermitis sind die Kopfschuppen eine Folge der extremen Trockenheit der Haut.

Fettige Kopfhaut entsteht durch zu viel Waschen

Das ist nur bedingt richtig. Wie im Gesicht, befinden sich auch in der Haut am Kopf Talgdrüsen. Diese geben Sekret an die Hautoberfläche ab, pflegen sie und halten sie geschmeidig. Im Rahmen der Pubertät kommt es typischerweise zu einer erhöhten Aktivität der Talgdrüsen. Die Haut ist fettiger, man spricht von einer Seborrhoe. Von dieser vermehrten Talgproduktion ist häufig auch die Kopfhaut betroffen, sodass sie schneller nachfettet. Zu häufiges Haarewaschen kann aber auch ein Grund für eine schnell nachfettende Haut sein. Denn die zu häufige Verwendung von Wasser und den waschaktiven Substanzen in den Shampoo´s führt zu einer Barrierestörung. Die Haut versucht diese Entfettung durch die eigene Produktion von Lipiden zu kompensieren. Entscheidender ist aber in der Regel die Wahl des richtigen Shampoos, um schnelles Nachfetten vorzubeugen.

Tipps für die Kopfhautpflege

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