Drei Fakten über Alkohol in Kosmetika

Sein schlechter Ruf eilt ihm voraus. Alkohol, als Inhaltsstoff in Kosmetika, wird schnell als „austrocknend“ und „reizend“ verschrien. Was ist dran an den Vorurteilen und welche Wirkung hat er in Kosmetik wirklich?

Es gibt verschiedene Alkohole

Aus chemischer Sicht sind Alkohole Verbindungen, die ein oder mehrere funktionelle Hydroxylgruppen (-OH) enthalten. Anhand ihrer Kettenlänge unterscheidet man mehrere Arten. Umgangssprachlich ist meist Ethanol gemeint. Dieser kommt auch in Genussmitteln wie Bier und Wein vor. In Kosmetikprodukten werden verschieden Arten verwendet. Alkohol denat. ist die denaturierte, ungenießbare Variante. Dieser ist deutlich preiswerter als die trinkbare Version. Benzylalkohol kommt in vielen Pflanzenölen vor. Isopropanol ist hingegen häufig Bestandteil von Desinfektionsmitteln.

Die Art des Alkohols ist entscheidend

Die so genannten Fett- oder Wachsalkohole dienen in Kosmetik als Tenside (waschaktive Substanzen), die sich nicht in Wasser auflösen und so als Emulgatoren zwei Phasen (z.B. eine wässrige und eine Ölphase) miteinander verbinden. Zudem haben sie rückfettende und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften.

Auch bei Glycerin handelt es sich um einen Alkohol, und zwar einen Zuckeralkohol. Gerade als Bestandteil des hauteignen Feuchtigkeitssystems weist Glycerin ein hohes Wasserbindevermögen auf. Als hautidentischer Stoff ist er wunderbar verträglich.

Alkohol und A. denat. dienen in vielen Produkten als Lösungsmittel für Wirkstoffe. In geringen Konzentrationen haben sie eine unterstützende konservierende Wirkung, höher konzentriert wirken sie vollständig konservierend. So wird die Haltbarkeit der Produkte verlängert. Durch die schnelle Verdunstung spürt man auf der Haut einen kühlenden Effekt. Besonders positiv wirkt sich dieser Effekt bei Missempfindungen, wie Juckreiz, aus.

Alkohol verbessert die Aufnahmefähigkeit der Haut

Alkohol kann die Zellzusammenhänge öffnen und auch die Barriere der Haut durchdringen. Damit verbessert er die Aufnahmefähigkeit der Haut. So können nachfolgende Inhaltsstoffe aus Cremes, Seren und Co. einfacher eindringen, um ihre Wirkung besonders gut zu entfalten. Vor allem im Gesichtswasser nutzt man diese positive Eigenschaft immer in Kombination mit beruhigenden und pflegenden Wirkstoffen. Im Anschluss des Tonisierens ist durch die verbesserte Aufnahmefähigkeit weniger der nachfolgenden Pflege notwendig. Dadurch kann man mit den Pflegeprodukten etwas sparsamer sein.

Fazit

Alkohl in Kosmetikprodukten ist per se nicht schlecht. Es kommt immer auf die Art, die Konzentration und das Einsatzgebiet des Alkohols an. Seine Verwendung direkt zu verteufeln, wäre sicher ziemlich eindimensional gedacht. Alkohol in geringer Konzentration hat in vielen Produkten sogar eine zielführende Wirkung. Er verbessert die Aufnahme wertvoller Inhaltsstoffe, kühlt und trägt zusätzlich zur Haltbarkeit der Produkte bei. Und wie bei so vielen Dingen macht die Dosis das Gift.

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