Warum zu viel Hautpflege schädlich sein kann

Fakt ist: Zu viel Kosmetik belastet die Haut. Wenn bereits Mädels Mitte 20 regelmäßig zu Anti-Aging-Seren und reichhaltiger Hautpflege greifen, ist das Hautproblem häufig schon vorprogrammiert. Es nennt sich Periorale Dermatitis (POD). Das ist eine entzündliche Hauterkrankung, die perioral, also um den Mund herum, entsteht. Es handelt sich dabei um eine Intoleranz-Reaktion der Haut, die auf den übermäßigen und ständig wechselnden Gebrauch von Feuchtigkeitscremes zurückzuführen ist. Durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt kommt es zu einem Aufquellen der Hornschicht und einer Schädigung der Hautbarriere. Die Haut zeigt sich anfangs gerötet, schuppig und kann jucken. Verursacher sind unter anderem feuchtigkeitsbindende Inhaltstoffe wie Sorbitol und Glycerin. Auch die übertriebene Anwendung von Silikonen kann Grund für diese Hauterkrankung sein. Auch zu viel des Guten kann Schaden verursachen.

Der Teufelskreis

Und was tut man, wenn die Haut trocken aussieht und sich schuppig anfühlt? Cremen, cremen, cremen. Hier beginnt der Teufelskreis!!! Der Trugschluss, dass die bisher verwendete Pflege nicht reichhaltig genug ist und die Haut daher so trocken erscheint, kann böse enden: Denn die Folge der beeinträchtigten Hautbarriere ist häufig eine bakterielle Infektion der Haut. Krankmachende Bakterien fühlen sich in dieser Umgebung besonders wohl, denn die Barrierestörung wird häufig durch eine Verschiebung des pH-Wertes der Haut begleitet. Diese Veränderung bietet die perfekt wohlige Brutstätte für Bakterien. Die so genannte Stewardessenkrankheit kann man sich also durch zu viele und zu reichhaltige Pflegeprodukte selbst „anzüchten“ und hat dann im schlimmsten Fall über Monate mit ihr zu kämpfen. Ist die Haut einmal in diesem Teufelskreis gefangen, so ist der Weg daraus tatsächlich sehr mühsam und nur mit der richtigen Therapie zu bewältigen.

Die Lösung

In unzähligen Portalen, in Frauenzeitschriften und auf Internetseiten gibt es Anleitungen, um der POD oder auch Mundrose an den Kragen zu gehen. Viele Frauen berichten von ihren eigenen Erfahrungen und tauschen sich aus. Tatsächlich ist es häufig erst einmal sinnvoll, die Hautpflege auf ein Minimum zu reduzieren. Das bedeutet: eine milde, hautschonende Reinigung, z.B. mit einem Schaum. Im Anschluss ist dann ein Gesichtswasser optimal, das den angegriffenen Säureschutzmantel unterstützt. Hautberuhigende Inhaltsstoffe wie Bisabolol, Panthenol und Allantoin reduzieren Irritationen und Rötungen. Ein geringer Alkoholanteil trocknet nicht aus, sondern hat – ganz im Gegenteil – den Vorteil, dass er leicht desinfiziert und eine kühlende Wirkung hat. Als Pflege kann eine leichte, eher gelartige Creme verwendet werden. Seren, Konzentrate und Masken sollten während dieser Zeit in den Kosmetikschrank verbannt werden.

Kommen Entzündungen dazu, ist der Weg zum Dermatologen häufig unumgänglich. Finger weg von cortisonhaltigen Cremes. Diese sorgen zwar für eine erste Verbesserung der Haut, danach geht es aber nur noch berg ab und die Entzündungsreaktion der Haut wird weiter angefacht. Auch intensive UV-Strahlung, besonders durch Solarien-Besuche, steht im Verdacht, die POD noch weiter anzufachen. Bei bakterieller Infektion der Haut bewirken Antibiotika recht schnell eine Linderung.

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