Das Märchen von den bösen Schlacken – Muss unsere Haut wirklich detoxen?

Entschlacken, entgiften, detoxen! Der Trend aus den USA ist längst hier in Deutschland angekommen. Von grünen Gemüsesäften bis zur Kräutertee-Kur ist das Angebot riesig, um unseren Körper mal so richtig aufzuräumen. Die Produkte versprechen intensive Reinigung, sollen überflüssige Pfunde purzeln und uns von innen heraus strahlen lassen. Häufig machen Saft-Kuren und Co aber lediglich das Portemonnaie schlanker, eine langfristige Wirkung auf den Körper konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Auch zur Entgiftung der Haut ist das Angebot vielfältig. Ist Detox für die Haut aber denn überhaupt notwendig? Unsere äußere Hülle dient einerseits als Barriere zur Umwelt, andererseits ist sie auch Austauschorgan. Dies ist eine mögliche Begründung, warum Haut-Detox funktionieren könnte. Warum eine Entgiftungskur aber nur bedingt wirkungsvoll ist, erläutere ich euch in den folgenden Punkten.

  1. Detox ist meist nicht notwendig

Unser Körper verfügt über eine ausgeklügeltes Entgiftungssystem, sodass Grünkohl-Saft-Kuren und Detox-Masken nur bedingt ihre Wirkung vollziehen können. Über Leber, Nieren, Lunge und das Verdauungssystem wird alles abtransportiert, was für die Körperfunktionen nicht notwendig ist. Über die Haut werden lediglich über Schweiß- und Talgdrüsen Sekret an die Oberfläche gegeben.

  1. Erfindung „Schlackenstoffe“

Schlacken, die sich im Körper und auch in der Haut anlagern, gibt es nicht. Da sind sich Mediziner und Forscher einig. Bei einer normalen Köperfunktion werden alle unnötigen Stoffe abtransportiert. Gerade in der Haut ist es, weil sie eben auch ein Austauschorgan ist, nur bedingt möglich, dass sich Stoffe anlagern.

  1. Die Ursachen für „schlechte“ Haut sind häufig andere

Das Schlackenstoffe für eine unreine Haut oder Cellulite verantwortlich sind, ist ebenso nur bedingt richtig. Natürlich wird das Hautbild durch unsere Lebensweise, die Ernährung und weitere Faktoren beeinflusst. Auslösefaktor für Akne und Co sind aber andere Ursachen, wie beispielsweise der Hormonhaushalt oder zu viel Sonne. Zusammen greifen innere und äußere Gegebenheiten wie in einem Zahnrad ineinander und beeinflussen die Hautgesundheit.

  1. Gesunde Ernährung + gezielte Pflege für eine gesunde Haut

Wer auf Weißbrot, Softgetränke und Junk-Food verzichtet und stattdessen viel grüne, unverarbeitete Nahrungsmittel und ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser zu sich nimmt, wird seiner Haut sicher was Gutes tun. Sie wird es uns Danken. Gezielte Entgiftungs-Kuren können sich kurzfristig positiv auf das Hautbild wirken, indem Unreinheiten, die beispielsweise auch die bestimmte Süßigkeiten und Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index entstehen, reduziert werden. Verfällt man aber nachher in die andere extreme Lebensweise zurück, wirkt der Detox wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Eine ausgeglichene Lebensweise unterstützt gesunde Körperfunktionen und fördert ebenso eine gesunde Haut. Dabei wirkt sich eine individuelle Hautpflege, die regelmäßig anzuwenden ist, positiv aus, denn gezielte Wirkstoffe können die Haut bei ihrer Regeneration unterstützen.

Beschäftigt man sich mit Hautpflege, so ist es sicher ratsam, das große Ganze zu betrachten und zu bedenken, dass sowohl innere als auch äußere Faktoren die Hautgesundheit beeinflussen. Gezielte Detox-Kuren können sinnvoll sein, um den Körper und die Haut wieder auf „Null“ zu stellen und, um wieder eine gute Basis für die weitere Hautpflege oder ein gesünderes Körperbewusstsein zu finden. Umso wichtiger ist es im Anschluss aber ausgeglichen zu leben und der Haut das zu geben, was sie benötigt.

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